Einen fairen Anteil sichern: Nachhaltige Algenernte auf den Lofoten
Angelita EriksenTable of Contents
Wie Algen dem Ozean und dem Klima helfen
Es ist kein Geheimnis, dass wir Algen lieben – wir reden ständig darüber! Neben ihrem fantastischen Geschmack und ihren gesundheitlichen Vorteilen loben wir auch immer wieder, wie gut Algen für die Umwelt sind. Algen nutzen die Photosynthese, um CO₂ aus der Atmosphäre aufzunehmen und den Kohlenstoff in ihrer Biomasse zu speichern. Wenn die Alge schließlich abstirbt und auf den Meeresgrund sinkt, nimmt sie den aufgenommenen Kohlenstoff mit sich und entzieht ihn so dem Kohlenstoffkreislauf. Dieser Prozess wird als Kohlenstoffbindung bezeichnet und ist ein zentrales Thema der Klimadebatte.
Kohlenstoffbindung: Algen vs. Bäume
Weltweit gibt es viele fantastische Initiativen, die sich dem Pflanzen von Bäumen widmen, um den Überschuss an CO₂ in unserer Atmosphäre auszugleichen. Projekte wie OneMillionTrees, die Große Grüne Mauer und die Bonner Herausforderung (sowie unzählige andere) versuchen, den Klimawandel mit natürlichen Methoden zu verlangsamen oder gar umzukehren – indem sie unsere Bäume die Arbeit machen lassen.
Bäume sind äußerst effizient bei der Kohlenstoffbindung, aber wussten Sie, dass Algen Kohlenstoff in höherem Maße binden als jede andere Landpflanze? Ein durchschnittlicher Quadratkilometer Algen kann erstaunliche 1.000 Tonnen Kohlenstoff pro Jahr binden. Algen produzieren schätzungsweise rund 70 % des Sauerstoffs der Erde und gehören zu den am schnellsten wachsenden Organismen der Erde; manche Arten wachsen bis zu einem Meter pro Tag.
Seetang benötigt zum Wachsen weder Ackerland noch Pestizide, Düngemittel oder Süßwasser und bietet einen Lebensraum für alles von winzigen Schalentieren bis hin zu großen Wirbellosen und Säugetieren wie Kraken und Ottern.
Warum sollte man Algen verantwortungsvoll ernten?
Eine Frage, die uns immer wieder gestellt wird, lautet: „Wenn Algen so gut für die Umwelt sind, warum entnehmen Sie sie dann dem Meer?“ Das ist eine hervorragende Frage und bietet uns die perfekte Gelegenheit, über unsere nachhaltigen Erntemethoden zu sprechen!

Nachhaltige Algenerntetechniken
Die Ernte von Algen und Seetang in freier Natur kann auf verschiedene Arten erfolgen, wobei einige umweltfreundlicher sind als andere. Schleppnetzfischerei ist eine zerstörerische Methode, die katastrophale Schäden verursacht, von denen sich Kelpwälder nur sehr langsam erholen können – ganz zu schweigen von den Auswirkungen auf die anderen Organismen, die in den Kelpwäldern leben.
Das Sammeln von natürlich am Strand angespülten Algen ist eine umweltfreundlichere Alternative, garantiert aber nicht die Qualität der Pflanze, was wichtig ist, wenn man sie essen will.
Bei Lofoten Seaweed schneiden wir unsere Algen ausschließlich von Hand und achten dabei darauf, dass das Wurzelsystem (Haftorgan) erhalten bleibt und ausreichend Wachstumsgewebe (Meristem) vorhanden ist. Wir ernten während der Hauptwachstumsphase, wenn die Algen genügend Zeit hatten, sich zu vermehren und eine gesunde Größe zu erreichen.
Überwachung des Algenwachstums und der Biodiversität
Neben den während der Ernte angewandten Techniken führen wir verschiedene Maßnahmen vor und nach der Ernte durch, um eine nachhaltige Ernte zu gewährleisten. Seit drei Jahren erfassen und dokumentieren wir sorgfältig Variablen wie Datum, genauen Standort und Erntemenge nach Arten in einem zentralen System.
Durch die Auswertung der Erntedaten können wir die Biomasse-Regenerationsrate abschätzen und so eine Überernte in einzelnen Gebieten vermeiden. Wir haben ein Rotationssystem eingerichtet, um sicherzustellen, dass sich jede Erntefläche erholen kann. Tatsächlich hat sich dieses System jedoch als kaum notwendig erwiesen. Unsere Ergebnisse zeigen, dass das Nachwachsen in kürzlich abgeernteten Bereichen sogar schneller erfolgt als erwartet – fast so, als würde die Ernte das Wachstum anregen!
Soweit uns bekannt ist, sind wir das einzige Algenunternehmen weltweit, das Erntedaten auf diese Weise erfasst und verfolgt.
Algenfarmen und die Zukunft nachhaltiger Ernährung
Aktuell stammen unsere Algen zu 100 % aus Wildsammlung. Bei besonders großen Bestellungen ergänzen wir unsere Wildsammlung gelegentlich mit Bio-Algen von Lofoten Blue Harvest.
Die Ozeane bedecken 71 % unseres Planeten, tragen aber nur 2 % zur weltweiten Nahrungsmittelversorgung (bezogen auf den Kaloriengehalt) bei. Die UN prognostiziert, dass wir bis 2050 50 % mehr Nahrungsmittel produzieren müssen als derzeit, um die Weltbevölkerung zu ernähren. Die derzeitigen landwirtschaftlichen Methoden sind jedoch nicht skalierbar.
Deshalb freuen wir uns auf die Zukunft der verantwortungsvollen Meereslandwirtschaft – oder Aquakultur – als Mittel zur nachhaltigen Ernährung der Weltbevölkerung.
Schlussbetrachtung: Wilde Algen – Die Nahrung der Zukunft
Vorerst werden wir in Nappstraumen weiterhin nachhaltig von Hand ernten und unsere Algen – die Nahrung der Zukunft – gut pflegen.